Die größten GEO-Fehler und wie man sie vermeidet

Das Wichtigste in Kürze
- Die häufigsten GEO-Fehler hängen nicht mit Technik zusammen, sondern mit fehlender semantischer Klarheit.
- KI ignoriert Inhalte, die unpräzise formuliert oder schlecht strukturiert sind.
- Viele Websites scheitern daran, ihre Entitäten sauber zu definieren.
- Gute GEO-Inhalte sind nicht „SEO 2.0“, sondern präzise, maschinenlesbare Fachtexte.
Einführung
Viele Unternehmen investieren Zeit und Geld in SEO. Aber nur die wenigsten passen ihre Inhalte an generative Suchsysteme wie Google AI Overviews, ChatGPT Search oder Perplexity an.Das führt dazu, dass sogar hochwertige Inhalte nicht aufgegriffen werden, obwohl die Expertise vorhanden wäre.
GEO scheitert selten am Können, sondern fast immer an typischen, wiederkehrenden Fehlern. Dieser Artikel zeigt die Fallstricke und erklärt, wie man sie vermeidet.
Wenn du verstehen möchtest, wie KI Inhalte interpretiert, hilft dir dieser Artikel übrigens weiter:
1. Fehlende oder unklare Entitätsdefinitionen
Einer der größten Fehler im GEO-Kontext besteht darin, zentrale Begriffe nicht eindeutig zu definieren. KI-Modelle arbeiten entitätsbasiert, das heißt, sie ordnen jedem Begriff eine Bedeutung zu und verbinden diese Bedeutung mit anderen Wissenseinheiten. Wenn aber Begriffe vage verwendet werden oder der Text voraussetzt, dass der Leser bereits weiß, was genau gemeint ist, kann die KI diese Bedeutung nicht verlässlich erkennen.
Formulierungen wie „GEO ist wichtig für moderne Websites“ oder „AI Overviews beeinflussen die Sichtbarkeit“ wirken auf Menschen verständlich, enthalten für KI jedoch keinerlei klare semantische Information. Die Modelle wissen dann nicht, was GEO ist, wie AI Overviews funktionieren oder welche Art von Optimierung gemeint ist. Unpräzise Sprache führt dazu, dass der gesamte Text als unzuverlässig eingestuft wird — ein Verhalten, das sowohl in großen Sprachmodellen (wie GPT) als auch in Googles Systemen beobachtbar ist, die stark auf Wissensgraphen und explizite Bedeutungszuordnung setzen.
Im Gegensatz dazu kann ein sauber formulierter definitorischer Satz wie
„GEO steht für Generative Engine Optimization und bezeichnet die Optimierung von Inhalten für KI-basierte Suchsysteme.“
von KI sofort korrekt interpretiert werden. Die Entität „GEO“ wird eindeutig definiert, die Beziehung zu „Optimierung“ und „KI-Suchsystemen“ wird klar hergestellt, und der weitere Text kann logisch darauf aufbauen.
In der Praxis zeigt sich: Inhalte mit klaren Definitionen tauchen deutlich häufiger in generativen Antworten auf — weil sie weniger Interpretationsrisiko für KI darstellen.
Eine ausführliche Erklärung findest du hier:
2. Zu lange, unstrukturierte Textblöcke
Ein weiterer häufiger Fehler ist das Schreiben in langen, unsegmentierten Textblöcken. Menschen können solche Absätze trotz ihrer Länge oft noch intuitiv erfassen, aber KI-Modelle tun sich damit schwer. Sprachmodelle analysieren Texte, indem sie sie in kleinere Bedeutungseinheiten, Tokens, Segmente, semantische Blöcke, zerlegen. Wenn ein Absatz sehr lang ist oder mehrere Themen vermischt, kann die KI die Struktur nicht sauber erkennen, was zu Fehlinterpretationen führt.
Unstrukturierte Texte haben aus KI-Sicht drei große Probleme:
Sie bieten keine klare Segmentierung, sodass das Modell nicht erkennt, wo ein Gedanke endet und ein neuer beginnt.
Sie liefern keine Orientierungspunkte, wie etwa Zwischenüberschriften, Listen oder kurze Übergangsabschnitte.
Und sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit für semantische Missverständnisse, weil Inhalte nicht sauber voneinander getrennt werden.
Aus diesem Grund empfiehlt selbst Google in seinen offiziellen Search-Central-Richtlinien und in technischen Dokumenten zum Knowledge Graph, Inhalte grundsätzlich so aufzubereiten, dass sie klar gegliedert sind. Dazu gehören kurze Absätze, Zwischenüberschriften, Beispiele, Listen oder Tabellen. Also alles, was KI dabei hilft, Text in semantisch sinnvolle Einheiten zu zerlegen.
In der generativen Suche zeigt sich ganz deutlich:
Webseiten mit klar strukturierter, logisch gegliederter Textarchitektur landen wesentlich häufiger in AI Overviews, Perplexity-Antworten oder ChatGPT-Suchzusammenfassungen.
Es ist nicht die Länge des Inhalts, die ausschlaggebend ist, sondern die Lesbarkeit für Maschinen.
3. Überoptimierung ist der versteckte Killer
Viele SEO-Texte wurden jahrelang „überoptimiert“:
- Keyword-Dichte statt Bedeutung
- Künstliche Listen
- Unnötige Wiederholungen
- Absurde Satzlängen
- Phrasen ohne Inhalt
Generative Modelle passen sich solchen Mustern nicht an, sie bestrafen sie. GEO belohnt Präzision, nicht Inflation.
Ein Satz wie:
„GEO ist wichtig für modernes Marketing, denn GEO hilft Unternehmen, in AI Overviews gefunden zu werden.“
ist doppelt, leer und wertlos.
4. Werbliche oder emotionale Sprache
KI kann mit Metaphern, blumigen Formulierungen, übertriebener Werbung oder emotionaler Sprache wenig anfangen. Ein Beispiel wäre etwa „Mit GEO rockst du die Google-Suchergebnisse!“
Für Menschen nett.
Für KI unbrauchbar.
GEO verlangt neutrale, klare Sätze:
„GEO verbessert die Wahrscheinlichkeit, in generativen Suchsystemen als Quelle verwendet zu werden.“
5. Widersprüche und inkonsistente Begriffe
Wenn ein Artikel einmal „GEO“, dann „AI-Optimierung“, dann „generative SEO“ sagt, entsteht ein Begriffschaos.
KI stuft den Text als unzuverlässig ein und ignoriert ihn.
Konsistenz ist zentral:
- Immer dieselben Begriffe
- Klare Definitionen
- Kein Themenmix
- Keine widersprüchlichen Aussagen
Konsistenz ist ein Vertrauenssignal, und KI arbeitet nun mal vertrauensbasiert.
FAQ zu GEO-Fehlern
Warum sind Entitäten so entscheidend?
Weil KI Inhalte semantisch, nicht keywordbasiert interpretiert. Entitäten sind ihre Grundlage.
Kann ich alten SEO-Content für GEO recyceln?
Ja, aber nur, wenn du ihn komplett überarbeitest: strukturierter, präziser, neutraler, definitorischer.
Welche Fehler verhindern AI-Overview-Sichtbarkeit am stärksten?
Unklare Definitionen, werbliche Sprache, überoptimierte Texte und fehlende Struktur.
Fazit
Die meisten GEO-Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn man die Funktionsweise der generativen Suche versteht.
Wer klare Entitäten definiert, sauber strukturiert und konsistent formuliert, schafft Inhalte, die KI-Modelle zuverlässig interpretieren können und damit die Grundlage für echte Sichtbarkeit in AI Overviews und Co.
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Über den Autor
Philipp Steubelmüller ist Experte für Generative Engine Optimization (GEO) aus Linz.
Er unterstützt Unternehmen mit einem GEO-Audit und der Erstellung von GEO-Content. Zudem bietet auch er die GEO-Masterclass an, um regionalen Marketingleitern und -teams zu helfen, besser in LLMs sichtbar zu werden.
Mehr über seine Arbeit:

